Alexei/Martin Buber: Die Erfüllung in uns selber finden

"Und warum war es so wichtig, dass ihr Pevek aufsucht? Ihr weißen Männer habt nie gelernt, dass die Welt rund ist. Oh, vielleicht wisst ihr das, aber jedenfalls habt ihr es nie gelernt. Ihr versucht immer, euch auf einer geraden Linie zu bewegen, in Richtung eines Zieles, als ob ihr irgendeinen Ort finden könntet, der besser ist als der Ort, den ihr verlassen habt." 

Das ist meine deutsche Übersetzung der Worte des Korjaken Alexei, wie sie von Jon Turk in seinem Buch The raven's gift überliefert wurden.

"Und hätten wir Macht über die Enden der Erde, wir würden an erfülltem Dasein nicht erlangen, was uns die stille hingegebene Beziehung zur lebendigen Nähe geben kann. Und wüßten wir um die Geheimnisse der oberen Welten, wir hätten nicht so viel wirklichen Anteil am wahren Dasein, als wenn wir im Gang unsres Alltags ein uns obliegendes Werk mit heiliger Intention verrichten."

Martin Buber

Es gibt Zeiten, in denen wir zu Neuem aufbrechen, seien es nun Orte in dieser Welt, die wir nicht kennen oder dass wir uns anderen Aufgaben zuwenden. Aber auch im Neuen erleben wir nur dann Erfüllung, wenn wir wieder bei uns selbst beginnen. Nach den Worten von Martin Buber ist es die hingegebene Beziehung an unsere Umgebung, die zum erfüllte Dasein führt, entweder im Neuen oder auch da, wo wir sind.

 

3. Dezember 2018          oliver beihammer